G915 - Plandrehzugabe

Tip and Trick – 2011-09-05

Plandrehzugabe und Makro G915

Dieser Tipp erläutert die Programmierung einer Plandrehzugabe für die stirnseitige Nachbearbeitung des Werkstücks (an (Führungsbüchse) entfällt mit Träger 1 oder 2), sowie die Auswirkung, nämlich ein Z3-Positionierfehler des Stirndrehapparates. Wie dieser Unzulänglichkeit mit einem kleinen Trick beizukommen ist, wird ebenfalls in diesem Artikel erläutert.

Zur Erinnerung :

Für jede DECO-Einspindelmaschine gibt es ein Modell mit integrierter Programmierung für die Plandrehzugabe. Um diese Option zu aktivieren, ist beim Anlegen eines neuen Werkstücks lediglich während der 2. Etappe die "Stirnseite plan drehen" genannte B-Variante des Modells anhand des Assistenten (siehe Bild) auszuwählen.

Der Wert für die Plandrehzugabe wird zur Werkstücklänge (#3003) addiert. Vor dem Plandrehen wird noch eine zusätzliche Nullpunktverschiebung G54 programmiert.

Beispiel :
Maschine DECO 13a
Werkstücklänge 50 mm, Plandrehzugabe 0.5 mm:

Variable #3003:                         #3003= 50.5

Parametereingabe für G54:   G54 Z1=-0.5

Problem im Zusammenhangmit G915 :

Da das Plandrehen in der Regel den stirnseitigen Längsdrehschritten vorausgeht, ergibt sich daraus folgendes Problem:

Die Z3-Positionierung des Stirndrehapparates durch G195 wird verfälscht. Bei abgetragener Plandrehzugabe befindet sich der Werkstücknullpunkt (Stirnseite des Werkstücks) in einer anderen Position. Da jedoch das System den Wert der Abtragung bzw. der Plandrehzugabe nicht kennt, werden die vom Stirnapparat (Z3) angedrehten Bearbeitungslängen um einen, dieser Zugabe entsprechenden Wert ungenau, d.h. die Bearbeitungslängen bzw. -tiefen geraten zu kurz.

Tipp :

Um dieses Problem zu umgehen, ist im Arbeitsschritt, der das Makro G915 enthält, ein zusätzlicher Z3-Nullpunktverschiebung G4P zu programmieren. Der entsprechende Versatzwert ist gleich dem der Plandrehzugabe. Damit erfolgt eine Z3-Achskorrektur, mit der die Bearbeitungslängen genau eingehalten werden. Der zusätzliche Ausgangspunktversatz G54 wird in negativer Richtung programmiert (G54 Z3=-...)


Programmierung :


Besonderheiten :

Der zusätzliche Ausgangspunktversatz ist natürlich bei jedem Aufruf des Makros G915 hinzuzufügen.


Arbeitsschritt 1:6 Nullpunktverschiebung G54 Z1=-0.5 zum Plandrehen des Werkstücks Arbeitsschritt 1:7 Werkstück plandrehen Z1=0 Arbeitsschritt 5:1 G915 + G54 Z3=-0.5 

ISO-Code Arbeitsschritt:
Arbeitsschritt 5:1:Macro G915 + G54 Z3=-0.5
ISO code:G915
 G54 Z3=-0.5